Heute ist hier vor Gericht der Teufel los. Es hatten sich dreimal so viele Leute um ein Eintrittsticket fuer den Prozess beworben, wie gestern. Fans aus allen europaeischen Laendern sind angereist und supporten Michael. Die Presse gibt allerdings auch nochmal so richtig Gas. In den letzten Tagen hatten deren aktiviteten yiemlich nachgelassen, aber heute sind alle wieder vertrete und drehen tuechtig am Rad.
Wenn man nicht aufpasst, hat man ploetzlich ein Mikrofon im Gesicht. Allerdings scheinen sich die meisten Fans darueber einig zu sein, keine Interviews zu geben.
Roger Friedman, dieser Kasper, hat versucht, am Rad zu drehen, indem er die Fans dazu animieren wollte, 'Heal the World' zu singen. Aber keiner wollte ihm so recht folgen.
Die Stimmung unter den Fans ist natuerlich etwas gedrueckt, aber im allgemeinen herrscht Zuversicht vor.
Ich hatte vergessen, zu erwaehnen, dass am Freitag Diane Dimond direkt vor mir im Gerichtssaal gesessen hat. Als die Staatsanwaltschaft einmarschierte, riss sie beide Faeste hoch und konnte ein "woo woo woo' nicht unterdruecken. Soviel noch einmal zu ihrer Berichterstattung.
Reporter der schweizer AFP haben uns 'gesteckt', dass Michael ab 11 Uhr hier erwartet wird.
Deshalben werden wir uns jetyt schleunigst wieder auf den Weg machen.
Viele Gruesse aus Santa Maria
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Heute wurde vor Gericht darueber entschieden, welche Richtlinien den Geschworenen fuer ihre Entlscheidung vorgelegt werden.
Richter Melville hat entschieden, dass z.B. die Alkohol-Klage vom Missbrauch abgekoppelt wird.
Bisher lautete die Anklage, dass Michael Gavin Alkohol eingefloesst haben soll, um ihn zu missbrauchen. Jetzt kann die Jury auch entscheiden, dass Michael (leichtsinnigerweise) dem Jungen Alkohol gegeben hat, ohne die Intention, ihn zu missbrauchen. Dies wuerde dann 'nur' als Vergehen behandelt werden und mit einer Strafe von 1000 Dollar und 24 Stunden gemeinnuetziger Arbeit abgehandelt werden.
Die Verteidigung hat versucht, aus dem 10 Anklagepunkten 3 zu machen, d.h. alle 'Missbraeuche' usw. zusammenzufassen, aber das ist offenbar nicht gelungen.
Es ist der Verteidigung aber gelungen, durchzudruecken, dass die 'past bad acts' der Arvizos im Schlussplaedoyer erwaehnt werden duerfen. Er darf also dadurch ihre Glaubwuerdigkeit noch einmal kraeftig angreifen.
Andererseits wird der Richter die Gechworenen dahingehend belehren, dass die 1108-Beweise (die 1993er) nur dahingehend in Betracht gezogen werden duerfen, um zu Entscheiden, ob ein Verhaltensmuster vorliegt.
Nochmals: Wir sollten vollstes Vertrauen zu Mesereau haben. Er ist ein brillianter Anwalt und wird es schon richten.
Letzter Hinweis am Rande: Das Schlussstatement wird anscheinend fuer die Staatsanwaltschaft Ron Zonen halten. Tom Mesereau und Ron Zonen waren heute im Gericht nicht anwesend, was darauf hindeutet, dass die beiden an ihren Schlussstatements arbeiten.
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