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@Hector
Ich stimme dir zu, dass Michael vor "Dangerous" wohl auf der Bühne nicht gelitten hat. Aber wie du sagst auch nur auf der Bühne. Da sagte er ja, er habe das Gefühl, in jeder Ecke stünde ein Engel und würde über ihn wachen.
Ich glaube aber auch, dass er sich bei den beiden letzten Welttourneen auf der Bühne noch am besten gefühlt hat. Aber sein Kopf war da wohl nicht mehr so frei von Sorgen, wie früher. Er sagte mal, dass er vor einem Auftritt meist dachte, er habe keine Lust und er wolle dies nicht machen. Er wollte schon die "Dangeroustour" gar nicht mehr anfangen. Aber auf der Bühne hat sich das dann gelegt. Dennoch wirkte er nicht mehr so frei, das mag sein. Aber ich glaube, auf der Bühne hat er auch da nicht direkt gelitten.
Wenn man Michael analysiert, dann kommt vermutlich bei jedem User was anderes raus, denn wie schon gesagt wurde, Michael zu durchschauen ist mit Sicherheit nicht leicht, wenn nicht gar (fast) unmöglich. Wenn wir ihn analysieren, dann tun wir das mit unseren Erfahrungen im Hinterkopf. Das lässt sich nun mal nicht verhindern. Dennoch denke ich, dass die sicherste Art ihn zu verstehen tatsächlich immer noch eher seine Gestik und Mimik ist, als seine Worte. Das ist aber eine persönliche Einschätzung der Dinge.
Jetzt leidet er (hoffentlich) nicht mehr.
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Soweit ich weiß, war Michael seinem Vater ja auch nie gut genug. Vielleicht ging es dem Vater "nur" darum, stets das Beste aus seinem Sohn rauszuholen. Er hatte also immer die Erwartung, dass Michael seine Höchstleistung bringt. damit geht die Botschaft einher: "Du bist nicht gut genug. Du bist nicht liebenswert." Kein Wunder also, dass Michael in seinem Spiegelbild keinen liebenswerten Menschen sah und sich operieren ließ. Ich denke schon, dass er unglücklich war als Kind. Das hat er doch selbst auch immer wieder gesagt!?!
Und ich habe gelesen oder gehört, dass sein Vater ständig mit anderen Frauen rumgemacht hat. Das ist auch nicht schön für ein Kind. Sein Leben war doch total fremdbestimmt.
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Zitat von JohnMcS Beitrag anzeigenMichael hat sehr wohl gelitten, auch auf der Bühne. Indirekt halt, in Form der Interpretation, die dazu gehörte. Oder die Lokations und das Ambiente etc.. Und Leiden ist auch, wenn er anstatt zu Spielen, ab ins Tonstudio muss. Und das Tag für Tag. Dass er damals doppelt soviel gearbeitet hat, wie ein Erwachsener - das glaube ich ihm und sicher viele andere auch. Die Erinnerung, die hat ein Kind auch als Erwachsener.
Keinem Dokument egal welcher Art aus der Zeit vor Dangerous ist irgendwie zu entnehmen, Michael würde auf der Bühne "leiden". Zu dieser Zeit war die Bühne quasi sein Zuhause.
Richtig ist, dass er eher privat, also außerhalb der Bühne, sicher gelitten haben dürfte wie ein Hund, was auch verständlich ist. Klar, er war ein Star, reich und berühmt. Aber privat? Keine intakte Familie, totale Komplexe, keine Beziehung, die in irgendwie hätte stabilisieren können. Insofern verkam er quasi immer mehr zu der reinen Kunstfigur "Michael Jackson".
Ansonsten kommt es mir bis jetzt ein wenig so vor, als basiere Dein "Wissen" im Wesentlichen auf dem Inhalt des Oprah Interviews, Bashir, usw. kann es sein? Jedenfalls zitierst Du offenbar teilweise wörtlich daraus... Zu dieser Oprah-Veranstaltung habe ich mich bereits umfassend geäußert, insofern unnötig, dies erneut an dieser Stelle zu tun.
Am bisschen eigene Erkenntnisse halte ich jedoch ebenso für wertvoll, als quasi das bloße Wiedergeben von fremden Quellen / Informationen, v.a. dieser Art. Von 1-2 Ausnahmen abgesehen, liefert Michael im besagten Interview so gut wie keine einzige neue Information, was vermutlich auch auf die schlichte Ahnungslosigkeit von Oprah, was das Thema "Michael Jackson" anbelangt, zurückgeht.
Auch spielte sicherlich das Zielpublikum eine Rolle, an das dieses Interview sich wohl richtete, ja wie es generell organisiert wurde, usw.
Ja, er war sicher gerne auf der Bühne, aber es hatte eben auch immer zwei Seiten und das muss man ja berücksichtigen beim "analysieren".
Möglich, dass die Interviews ein Leichtes waren für Michael. Aber er hat es gehasst, diese zu geben. Und somit ist es dann kein "Leichtes" mehr diese zu geben, eben etwas von sich preis zugeben.
Wobei wiederum Interviews wie das Diane Sawyer ihm durchaus sichtlich Spass machten. Zumal es sich vom Zeitpunkt her, hervorragend als Promo für das damals kommende neue Album ("HIStory") eignete. Überhaupt wirkt Michael da entspannter und offener, ja authentischer als beim Oprah Interview 2 Jahre davor. An der einen oder anderen Stelle redet Michael auch wirklich Tacheles.
Ich meinte ja, dass man nicht alles hernehmen kann, sondern halt eben auch "zwischen den Zeilen" lesen und hören muss. Es ist tatsächlich möglich, einen Menschen zu deuten.
Als er z.B. im "Chat-Interview" 1995 gefragt wurde, ob er in Amerika auf Tour gehen will, erfährt man z.B. viel mehr anhand dessen, wie er bereits auf die Frage reagiert, sein Tonfall, usw. sowie seine anschließende Reaktion, sein spitzbübisches Lächeln wenn er seine Antwort beendet hat; als von seiner wörtlichen, eigentlichen, mal wieder quasi fast schon unerträglich diplomatischen, leeren Antwort - "It would be nice.... (kurze Pause) "but I'm not sure..." ...
So wie Michael das sagt, meinte er (jedenfalls für sich, hätte das offen so jedoch nie gesagt, erstens aus Imagegründen, zweitens hätte er damit gewissermaßen eine Diskussionsgrundlage entfacht, die er ohnehin nicht gewollt hätte, weil er da von seiner Seite nichts zu diskutieren gab) in Wirklichkeit übersetzt nichts anderes als "Ihr habt wohl ein Rad ab, dass ich in diesem Land Konzerte gebe..."...
Michael würde nie wieder in den Staaten Konzerte geben (jedenfalls keine richtige Tour in dem Sinne), das war leider so.
Auch mittels Michaels Musik, etwa auf dem HIStory Album, erfahren wir viel mehr, als über irgendwelche großen Interviews.
Michaels Zeile in TDCAU - "I can't believe this is the land from which I came!" spricht nun wirklich Bände, und seine Haltung zu den USA wird sonnenklar, wohl kein weiteres Nachfragen nötig.
Es gibt zahlreiche sehr gute Biografien bekannter Künstler, Musiker, Komponisten etc., die z.B. so um 1800 lebten. Heutige Biografen kennen diese Künstler und Genies aus 1800 nicht, aber es ist möglich, sich umfangreiches Wissen anzueignen, mittels Lebenserfahrung und einem "Studium" usw., Menschen zu deuten und Biografien zu erstellen. So unwirklich ist es nicht, Michael zu deuten und ihn zu verstehen. Es ist möglich.Zuletzt geändert von Hector; 02.02.2010, 07:46.
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Zitat von Hector Beitrag anzeigenNein, er hat als Kind nicht gelitten. Jedenfalls nicht auf der Bühne, zumindest meistens nicht. Ja im Gegenteil, mehrfach hat er glaubhaft bestätigt, dass die Bühne quasi seine Rettung, sein Zufluchtsort war.
Wobei es ihm natürlich weh tat, das eine oder andere verpasst zu haben. Gleichzeitig hatte er wiederum Dinge erlebt, die die meisten nicht erlebt haben, und bestätige auch paar Mal, dass er es nicht anders gemacht hätte, so er die Wahl gehabt hätte.
Solche Interviews waren für Michael die leichteste von allen PR-Übungen. Insofern sollte man nicht zu viel auf diese Interviews geben.
Man muss schon andere Mittel haben, um Michael deuten zu können, jedenfalls realitätsnäher.
Und mal ehrlich, wann wurde Michael schon mal eine Frage gestellt, die wirklich von Interesse war? Da sind die allermeisten Interviews ziemliche Katastrophen, jedenfalls die, die der breiten Masse bekannt sind.
Ja, er war sicher gerne auf der Bühne, aber es hatte eben auch immer zwei Seiten und das muss man ja berücksichtigen beim "analysieren".
Möglich, dass die Interviews ein Leichtes waren für Michael. Aber er hat es gehasst, diese zu geben. Und somit ist es dann kein "Leichtes" mehr diese zu geben, eben etwas von sich preis zugeben.
Ich meinte ja, dass man nicht alles hernehmen kann, sondern halt eben auch "zwischen den Zeilen" lesen und hören muss. Es ist tatsächlich möglich, einen Menschen zu deuten.
Es gibt zahlreiche sehr gute Biografien bekannter Künstler, Musiker, Komponisten etc., die z.B. so um 1800 lebten. Heutige Biografen kennen diese Künstler und Genies aus 1800 nicht, aber es ist möglich, sich umfangreiches Wissen anzueignen, mittels Lebenserfahrung und einem "Studium" usw., Menschen zu deuten und Biografien zu erstellen. So unwirklich ist es nicht, Michael zu deuten und ihn zu verstehen. Es ist möglich.
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Zitat von JohnMcS Beitrag anzeigenEr hat nicht erst seit der Dangerous-Tour gelitten. Er hat schon als Kind gelitten.
Wobei es ihm natürlich weh tat, das eine oder andere verpasst zu haben. Gleichzeitig hatte er wiederum Dinge erlebt, die die meisten nicht erlebt haben, und bestätige auch paar Mal, dass er es nicht anders gemacht hätte, so er die Wahl gehabt hätte.
Ansonsten, wer seine Tourneen etwas genauer betrachtet und analysiert, auch die zahlreichen Hintergründe, wird schnell feststellen, dass genau ab der Dangerous-Tour eine Zäsur erkennbar war. Vorbei der Elan, die Freude, der Enthusiasmus wie noch etwa während der Bad-Tour. Ja selbst ein authentisches Lächeln wurde bei den Auftritten seltener.
Jedenfalls ist er zu keiner Zeit auf der Dangerous-Tour derart gut drauf, wie man z.B. etwa im Another Part Of Me Video erkennen kann.
Deckt sich zudem ebenfalls damit, dass er ab dieser Tour mit dem Medikamentenkonsum begann, vermutlich schon ab 1992, auch wenn es die meisten noch nicht merkten.
So weit mir bekannt, war er bei der Bad-Tour absolut clean, zumindest gibt es aus dieser Zeit nicht den Hauch einer Information, dass er damals etwas nahm. Zudem wirkt er auch absolut clean, nicht zuletzt deshalb waren die Bad-Shows in jeder Hinsicht phantastisch, ein Erlebnis der Superlative. Das war noch wirklich DER Michael Jackson, jeden Abend aufs Neue.
Etwa ab der Dangerous-Tour wirkte er dann schleichend so bisschen eher wie ein Michael Jackson - Darsteller, als Michael Jackson. Jedenfalls meine Wahrnehmung. Vermutlich ab da konnte er sich eben mit vielem nicht mehr so sehr identifizieren, und deswegen auch erste bekannte Schwierigkeiten wie die Medikamente, usw.
Insofern denke ich, liege ich richtig in der Einschätzung, dass die richtige Hölle im Zuge der genannten Tour begann, spätestens natürlich 1993. Hier ging er wohl definitiv durch die Hölle.
Es war keine "seltsame Wandlung". Ein Erwachsener, dem als Kind Leid zugefügt wurde, muss "dem" nicht "auf den Grund gehen". Es verfolgt diesen Menschen bis in seinen Tod.
Vielleicht hats zudem ja auch was mit dem Alter zu tun. Er tourte ja quasi von Kindesbeinen an. Vielleicht waren die 90er in der Hinsicht einfach nicht mehr so seine Zeit.
Klar muss man dem nicht auf den Grund gehen, kann man aber. Gerade bei Michael. Sein Leben war die Kunst, ja die Darstellung der uns bekannten "Michael Jackson" - Figur. Warum irgendwann die Leidenschaft nicht mehr vorhanden war, wusste wohl nur wirklich er alleine. Hing meines Erachtens wie gesagt u.a. wohl mit seinem Alter, wohl auch mit der generellen beruflichen Erschöpfung zusammen.
Es ist zudem jedoch hilfreich z.B. bezüglich Interviews, wenn Du die Augen eines Menschen siehst, während er spricht. Augen sprechen viel mehr, sie sind die Seele und wenn man darauf achtet, wie er antwortet, die Gestik usw.. Man kann viel erkennen. Das meinte ich.
Auch wenn die Interviewer oft dämlich waren, dann ist es insofern nicht immer ein blödes Interview, weil doch das Hauptaugenmerk auf den Aussagen von Michael liegt und man kann einiges daraus nicht nur hören, sondern sehen. Keine Ahnung, ob Du verstehst, was ich meine. Aber ist ja auch nicht schlimm, falls nicht. Wir sind ja alle Individuen und denken verschieden.
Man muss schon andere Mittel haben, um Michael deuten zu können, jedenfalls realitätsnäher.
Und mal ehrlich, wann wurde Michael schon mal eine Frage gestellt, die wirklich von Interesse war? Da sind die allermeisten Interviews ziemliche Katastrophen, jedenfalls die, die der breiten Masse bekannt sind.
Wobei es in der Tat Interviews von Michael gibt, wo man wirklich etwas erfährt, insbesondere etwa was seine Musik angeht. Wann er wie welchen Song geschrieben, entwickelt hat. An diese kommt man jedoch nicht so ohne Weiteres ran, zumal diese auch gar nicht im TV gesendet wurden. Sowas ist schon wertvoller, als letzten Endes Showauftritte wie etwa das Oprah Interview 1993.Zuletzt geändert von Hector; 02.02.2010, 02:07.
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Zitat von Chantal Beitrag anzeigen@Hector,
ich glaube, dass Michael einfach Angst davor hatte, bzw., dass er überzeugt war, die Show körperlich und fitnessbedingt überhaupt nicht durchstehen zu können. Nicht eine, nicht 10 – und schon gar nicht 50!
Wie soll ich ja auch etwas packen, wenn ich totale Panik davor habe? Mit so einer Einstellung geht nun wirklich alles schief im Leben. Vielmehr muss ich doch an mich glauben, DASS ich es packe, und nebenbei auch alles dafür tun!
Tue das Nötige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst Du das Unmögliche!
Wobei das mit den 50 Konzerten natürlich absolut bescheuert war. Schon seltsam, dass er offenbar keinen Einfluss darauf hatte...
Außerdem waren es ja nicht 50 Konzerte, sondern zunächst nur 30 oder was, die restlichen sollten ja dann 2010 stattfinden. Freie Tage zwischen den jeweiligen Shows waren auch genug eingeplant.
Außerdem fand ich es mehr als komisch, dass er sich darauf einließ, in so einer komischen, kleinen Halle aufzutreten. Im Grunde lachhaft.
Spätestens als klar wurde, dass eine riesige Nachfrage nach den Konzerten besteht, hätte man umgehend umdisponieren sollen, und die 10 Konzerte (die am Anfang geplant waren), eben in fette Stadien, wo 100 Tausend Leute reinpassen, verlegen sollen.
Doch nicht 50 mal vor 20,000 Leuten oder was auftreten.
Nur hatte er offensichtlich nicht wirklich die Kraft dazu. Woher denn auch???
Mich würde übrigens der wahre Grund dafür interessieren, warum die Premiere um 5 Tage verschoben worden war... spätestens heute könnten die es doch sagen...Zuletzt geändert von Hector; 02.02.2010, 01:31.
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Zitat von Hector Beitrag anzeigenWer Michaels Persönlichkeit gewissermaßen studiert hat, eine gewisse Intuition, eine Fähigkeit, ihn richtig zu interpretieren entwickelt hat, wusste seit Langem, dass Michael spätestens ab der Dangerous Tour auf Tourneen litt wie ein Hund. Das war nun wirklich offensichtlich. Man braucht sich nur gewisse Ausschnitte anzusehen, wo er regelrecht aus den Latschen zu kippen droht. All dem hätte Michael selber mehr auf den Grund gehen sollen und müssen, warum diese seltsame Wandlung, zumal er noch in den 80ern mehrfach bestätigte, und man es ihm auch deutlich ansah, dass er Konzerte liebte.(
Es war keine "seltsame Wandlung". Ein Erwachsener, dem als Kind Leid zugefügt wurde, muss "dem" nicht "auf den Grund gehen". Es verfolgt diesen Menschen bis in seinen Tod.
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Zitat von Hector Beitrag anzeigenAlles klar, ich werde es umgehend nachholen.
Im ernst, wer Einblick hat, weiß z.B., dass "Moonwalk" nicht unbedingt die beste Quelle dafür ist, um gute Infos über Michael zu bekommen.
Was Michaels Interviews angeht, so wissen wir spätestens heute, dass es in so manchem Fall für ihn besser gewesen wäre, von diesem Interview Abstand zu nehmen.
Wenn, dann ist es weitaus vernünftiger, "Moonwalk" zu lesen, als Halperin und den ganzen Krempel.
Es ist zudem jedoch hilfreich z.B. bezüglich Interviews, wenn Du die Augen eines Menschen siehst, während er spricht. Augen sprechen viel mehr, sie sind die Seele und wenn man darauf achtet, wie er antwortet, die Gestik usw.. Man kann viel erkennen. Das meinte ich.
Auch wenn die Interviewer oft dämlich waren, dann ist es insofern nicht immer ein blödes Interview, weil doch das Hauptaugenmerk auf den Aussagen von Michael liegt und man kann einiges daraus nicht nur hören, sondern sehen. Keine Ahnung, ob Du verstehst, was ich meine. Aber ist ja auch nicht schlimm, falls nicht. Wir sind ja alle Individuen und denken verschieden.
Aber abgesehen davon, gibt es im Leben Dinge, die man nie verstehen wird. Damit muss man sich halt abfinden. Es gibt Dinge, die man zerfleddern kann und man kann es schlußendlich nie begreifen. Und schlußendlich muss man lernen, damit zu leben ohne jemals eine 100% klare Erklärung zu finden.
So sehe ich den Sachverhalt teilweise.
Andererseits, wie gesagt, verstehe ich Michael und kann vieles nachvollziehen.
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Zitat von JohnMcS Beitrag anzeigenNein, Michael "posthum" Vorwürfe zu machen - das geht nun wirklich nicht.
Vielmehr finde ich, ist es nicht gut, zu allem, was war, OK zu sagen.
U.a. kann er dazu ja sein Statement nun nicht mehr abgeben, von dort aus, wo er nun ist.
Es ist aber für jeden 100% nachvollziehbar, welcher sich mit Michaels Leben beschäftigt und auseinandergesetzt hat bis heute, dass er sein Leben lang sehr oft Medikamente nehmen musste. Sei es aus Schmerzen heraus, Schlaflosigkeit, Angstzuständen usw..
Aber dass Medikamentenkonsum quasi ein fester Bestandteil seiner Tourneen gewesen war, kann wohl kaum hingenommen werden. Hier hatte Michael in der Tat ein Problem.
Vielleicht verstehst Du ihn besser, wenn Du seine Biografie "Moonwalk" gelesen hast und alle, alle Interviews von ihm gesehen hast und alle Statements und Geschehnisse gelesen hast.
Im ernst, wer Einblick hat, weiß z.B., dass "Moonwalk" nicht unbedingt die beste Quelle dafür ist, um gute Infos über Michael zu bekommen.
Was Michaels Interviews angeht, so wissen wir spätestens heute, dass es in so manchem Fall für ihn besser gewesen wäre, von diesem Interview Abstand zu nehmen.
Zum anderen wollte Michael nie mehr auftreten. Das geplante Projekt war mit dem finanziellen Hintergrund und eben mit dem Ziel, nochmal seinen Fans ein wundervolles Konzert mit all seinen Hits zu geben und auch für seine Kinder.
All dem hätte Michael selber mehr auf den Grund gehen sollen und müssen, warum diese seltsame Wandlung, zumal er noch in den 80ern mehrfach bestätigte, und man es ihm auch deutlich ansah, dass er Konzerte liebte.
Insofern wollte er natürlich nicht mehr auftreten. Da er es ja aber letztlich trotzdem tat, hätte er meiner Meinung nach eben noch mehr auf sich achten sollen, und es eben so einrichten, dass alles hinhaut. Ich glaube aber kaum, dass Magersucht, Medikamente en masse zum Frühstück usw. der richtige Weg dafür waren.
Was z.B. 1992 noch so gut wie niemand bemerkte, war die Tatsache, dass Michael es im Grunde bereits im Vorfeld davor graute, auf die Bühne des Münchener Stadions zu steigen.
Ich glaube, dass es so war, dass Michael letztlich die Bad-Tour dermaßen zusetzte, dass er einfach danach für alle Zeiten in der Hinsicht erschöpft war.
In den 80ern war touren noch seine Leidenschaft, ab den 90ern wohl nur noch knallharter Job, ja bis hin zu einer Tortur, die letztlich... tödlich endete. :-(
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Ich hab auch nicht gesagt, dass du das behauptet hast
Es geht mir darum, dass man im Leben so vieles eigentlich müsste (zumindest sagen andere Menschen das). Aber ob man das, was man müsste auch immer kann ist eine ganz andere Frage.
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Zitat von freundschaft Beitrag anzeigen
manche können niemals im Leben große Sprünge machen, in welcher hinsicht auch immer, weil sie zu traumatisiert sind.
Aber ab einem gewissen Alter, muss man realisieren "Entweder ich nehme mein leben
-noch so gut ich kann-
in die Hand, oder mein Leben hat ausschließlich mich in der Hand".
Ich habe nicht behauptet, dass das leicht ist.
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Zitat freundschaft:
Aber ab einem gewissen Alter, muss man realisieren "Entweder ich nehme mein leben noch so gut ich kann in die Hand, oder mein Leben hat ausschließlich mich in der Hand".
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@ mittelmeerkatze
In erster Linie selbst für sein Leben verantwortlich, würde ich nicht sagen, aber dafür, wie man mit seinem Schicksal umgeht und welche Ressourcen man noch pflegt und nutzt. manche können niemals im Leben große Sprünge machen, in welcher hinsicht auch immer, weil sie zu traumatisiert sind. Aber ab einem gewissen Alter, muss man realisieren "Entweder ich nehme mein leben noch so gut ich kann in die Hand, oder mein Leben hat ausschließlich mich in der Hand". Da sage ich Dir sicher nichts neues, aber ich kann es auchnie unerwähnt lassen, dass Kindheit und Jugend natürlich bedeutsam sind. Nur deshalb das Statement.
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@ JohnMcS
schon, aber der einzige, der etwas an Michaels Umgang mit Medikamenten hätte ändern können, war nun mal er selbts. Es geht ja nicht darum, dass man nicht verstehen kann, dass er zu ihnen gegriffen hat. Nur sein Vater konnte an Michaels Vergangenheit auch nichts mehr ändern. Insofern, und das ist immer schlimm für alle, die in solche Situationen getrieben wurden und auch tierisch ungerecht, lag es nun an Michael wie er die Dinge bewältigt. Das konnte ihm niemand mehr abnehmen. Aber ich weiß, jedes Ding braucht zeit und manches Ding kann keine weitere Erschütterung mehr aushalten. Damit meine ich, die Auswahl war vielleicht entweder Gesundheit oder noch mal Karriere.Zuletzt geändert von freundschaft; 02.02.2010, 10:48.
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@mittelmeerkatze
Kenny Ortega kann ich auch nicht verurteilen. Will ich auch gar nicht. Ich glaube nämlich nicht, dass es was gebracht hätte, wenn man hergegangen wäre und Michael gesagt hätte, dass er doch aufhören solle, Medikamente zu nehmen. Darauf hätte Michael nicht gehört (darauf hätte ich wohl auch nicht gehört). Solange man das Gefühl hat, dass einem etwas hilft, solange man das Gefühl hat, dass es einem mit etwas gut geht, so lange lässt man sich das auch nicht ausreden.
Es gibt für mich andere Personen, die moralisch gesehen eine wesentlich größere Schuld zu tragen haben, als mitunter ein Kenny Ortega. Der hat seinen Job gemacht, so wie Michael seinen Job machen wollte. So gut das eben ging. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man einem Menschen tatsächlich gar nicht helfen kann, wenn er sich nicht helfen lassen will. Sicherlich ist es einfacher, wenn man nicht gegen eine Wand redet und zwingen kann und sollte man einen Menschen nie, denn dann nimmt er Hilfe sowieso nicht an. Aber die Ärzte an Michaels Seite, die wären fähig gewesen, ihm zumindest heimlich ein wenig zu helfen.
Manche Medikamente brauchte er sicherlich. Er hatte Lupus und diese Krankheit greift Organe an. Dass man da nicht auf Medikamente verzichten kann, ist eigentlich klar. Aber es gab mit Sicherheit genug Medikamente, die er nur glaubte zu brauchen und es ist erwiesen, wenn ein Menschen glaubt, dass ihm etwas hilft, dann hilft es. Man hätte ihm seinen eigenen Glauben als Hilfestellung geben können. Man hätte es zumindest versuchen können. Von mir aus hätten sie nicht mal auf ihr verdammtes Geld verzichten müssen.
Aber Michael hatte doch nie wirklich einen Ansporn, die Medikamente weg zu lassen. Es gab immer wieder Ärzte, die ihn fröhlich mit allem versorgt haben, was er zu brauchen glaubte. Er hatte immer Menschen um sich herum, die ihm vermutlich auch versichert haben, dass er die Medikamente ohne Bedenken nehmen könnte. Denn ich glaube eben nicht, dass all diese Ärzte ihn immer wieder gewarnt haben. Schon alleine, weil sie sich damit ins eigene Fleisch geschnitten hätten. Und wenn du dich sicher fühlst, wieso solltest du an deiner Situation dann was ändern? Wenn du merkst, dass du so deine Sorgen und Ängste zeitweise los werden kannst, dass du zeitweise so flüchten kannst, wieso solltest du es dann ändern? Es hätte wohl schon irgendein Erlebnis geben müssen, das Michael die Augen geöffnet hätte. Es hätte erst mal "klick" machen müssen, bevor da was zu ändern gewesen wäre. Aber dieses "klick" wurde unter Garantie verhindert von diesen Aasgeiern um ihn herum, denen sein Geld wichtiger war als seine Gesundheit.
Ein Leben wie es Michael hatte, hätte ich nicht geschenkt haben wollen. Man muss sich nur mal hier im Forum den Thread "Tagesabläufe einer Depressiven" durchlesen, dann versteht man vielleicht noch ein bisschen besser, was ich hier schreibe. Schon für normale Menschen, die nicht täglich von Kameras verfolgt werden und die kein öffentliches Leben führen, ist es sehr schwer, mit gewissen Dingen umzugehen. Man rettet sich oft irgendwie über den Tag und macht Dinge, die für Andere komisch rüber kommen. Oft bekommt man die Diagnose Depressionen gar nicht und wenn, will man sie nicht wahr haben. In Therapie gehen die Wenigsten einfach mal so, selbst wenn sie keine Geheimnisse haben, vor denen sie Angst haben müssten. Aber kein Mensch, der eine Therapie bräuchte, hat keine "Leiche im Keller". Menschen die in Therapie gehen, geben mehr von sich Preis, als sie sonst tun würden und dementsprechend sind sie tausend Mal angreifbarer, als jemand, der seine Seele unter Verschluss hält. Michael war schon enorm angreifbar und Gott weiß, wie angreifbar er noch gewesen wäre, wenn man mehr von ihm gewusst hätte.
Ich weiß es nicht und ich will Michael auch nichts unterstellen, aber ich gehe zumindest davon aus, dass er depressive Phasen hatte und jeder der solche Phasen kennt weiß, wie schwer es ist, die durchzustehen und wie sehr man sich wünscht, die irgendwie rumzukriegen. Unsereins kann sich vielleicht noch einigermaßen gegen die Verlockung von Medikamenten wehren. Ich bin aber auch nicht tagtäglich von Aasgeiern umgeben, die mir jeden Scheiß verschreiben würden, nur um an mein Geld zu kommen. Aber wenn ich wirklich verzweifelt wäre und da käme einer, dem ich vertrauen würde und der würde mir sagen "Hier schluck mal das, das wird dir helfen", dann würde ich es vermutlich irgendwann auch schlucken.
Ich will Michael damit auf kein Podest stellen und ihn über jede Kritik erheben. Aber ich kann mir einfach zumindest vorstellen, dass das, was uns so einfach erscheint, nämlich dass er einfach eine Therapie hätte machen sollen, für ihn überhaupt nicht einfach war. Er hat vielleicht nicht mal daran gedacht, dass er eine Therapie brauchen könnte. Michael hat damit sicherlich ein Stück weit dieses Ende eingeleitet, denn hätte er keine Medikamente genommen, wäre er auch nicht an ihnen verstorben. Aber von Schuld kann man da nicht sprechen. Würden wir so anfangen, dann kämen wir aus dem Schuld zusprechen nicht mehr raus, denn dann könnten wir erst mal die Friedhöfe der Welt abklappern und schauen, wer gestorben ist, weil er darauf vertraute, dass die Medikamente die er bekommt, ihm helfen würden, oder weil derjenige in seinem Leben keinen anderen Ausweg sah, als sich in solche Welten zu flüchten.
Von einer 22-jährigen klingt das vielleicht doof, aber das Leben ist nicht immer so leicht, wie man es gerne hätte. Es wäre schön, wenn immer jedes Problem mit einer Therapie gelöst werden könnte. Es wäre schön, wenn die Menschen, die eine Therapie brauchen, es immer sofort einsehen würden und wenn diejenigen, die keine brauchen, nicht über die urteilen würden, die eine brauchen. Es wäre schön, wenn die Menschen nicht aus Verzweiflung manchmal zu Mitteln greifen würden, die sie zumindest für ein paar Stunden vergessen lassen. Es wäre schön, wenn kein Mensch den Druck verspüren würde, nur dann was wert zu sein, wenn er in unserer Gesellschaft funktioniert. Aber wenn ein Mensch diesen Status erreicht, dann ist er tot und an einem besseren Ort, denn so ist das Leben nicht und so wird es niemals sein!
Edit: Deswegen kann ich Michael da einfach nicht großartig kritisieren. Jetzt wo er tot ist und damit sowieso den höchsten Preis hat bezahlen müssen, den es gab, kann ich das sowieso nicht mehr. Das steht mir, meiner Meinung nach, einfach nicht zu. Auch weil ich genau weiß, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann, dass ich es anders gemacht hätte als Michael. Das hätte ich möglicherweise nämlich nicht. Man kann mir dafür jetzt vorwerfen, Michael als Engel sehen zu wollen. Tu ich nicht. Er war ein Mensch und seine Entscheidung, zur Not zu Medikamenten zu greifen, die beweist das auch. Ein Engel hätte keine Medikamente gebraucht. Es ist nur meine Meinung und die kommt sicherlich nicht von ungefähr.
Außerdem denke ich immer daran, wie viele Rockmusiker sich täglich die Birne zuballern mit harten Drogen und Alkohol und danach dann im Vollrausch die Hotelzimmer auseinander nehmen. Manche machen das sicher ebenfalls, weil sie mit dem Ruhm nicht klar kommen und Andere machen es, weil es zum guten Ton gehört. Ausnahmen gibt es. Die bestätigen immer die Regel. Michael ist in einer Welt aufgewachsen, in der man wesentlich schneller mal zu einem Medikament greift um Ruhe zu haben, als vielleicht anderswo. Das sollte man auch nicht vergessen.Zuletzt geändert von Mrs. Järvis; 02.02.2010, 00:26.
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