Der Mensch allein hat die beste Gelegenheit, sich selbst zu sehen. Seine Schwächen, das, was schlecht an ihm ist, tritt riesengroß vor seinen Blick, die Angst vor sich selbst steht drohend in allen Winkeln des Raumes und darum gibt es so wenig Menschen, die allein sein können. Sie wollen sich nicht selbst sehen, weil der Eindruck, dass sie erbärmlich sind, sie zu sehr belastet.
Wer aber an sich arbeiten will, muss den Mut haben, seine eigene menschliche Erbärmlichkeit zu sehen, zu beurteilen und wenigstens mit sich selbst aufrichtig zu sein. Denn in Wirklichkeit kann ja kein Mensch über den andern, den er niemals in vollendeter Nacktheit seines Wesens sieht, ein richtiges Urteil abgeben. Auch der berufsmäßige Richter kann das nicht. Alle Urteile über einen anderen sind stets einseitig und oberflächlich.
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