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Ab wann ist ein Mensch tot?

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  • Hazel63
    antwortet
    Zitat von ANGEL-OF-PEACE Beitrag anzeigen
    Ab wann ein Mensch irreversibel tot ist, kannst Du auch nicht beantworten.
    Doch, kann ich schon, die Frage habe ich in deinem post wohl übersehen. EEG Flatline, dann wird ein Katalog mit Tests abgearbeitet. Großhirn, Kleinhirn als auch Hirnstamm müssen gesamt ausfallen. Liebe Angel, du glaubst doch wohl, dass Ärzte heutzutage in der Lage sind, den Tod festzustellen?!
    Warum bekommt ein älterer Patient ein Spenderorgan, während ein Kind möglicherweise sterben muss? Es gibt natürlich Wartelisten, je jünger der Patient und je weiter die Krankheit fortgeschritten, um so weiter vorn landet er auf dieser Liste. Nun haben wir gelernt, dass Spender in Deutschland rar sind. Gibt es also einen Spender müssen Patient und er doch übereinstimmen, das passiert leider nicht immer, also bekommt derjenige das Organ, wo es halt passt.
    Das ist doch keine Mafia, zumindest nicht in Mitteleuropa. Hier werden Laborparameter verglichen, Nutzen/Risikofaktor abgewogen usw.
    Warum Medikamente teuer sind und insbesondere in Deutschland so teuer sind, muss mit Vertretern der Pharmaindustrie abgeklärt werden

    Hazel

    T'schuldigung, Nachtrag
    Der Grund für die Ängste einiger hier davor einer Organspende zuzustimmen basiert meiner bescheidenen Meinung nach nicht auf philosophischen Gedankenspielen oder gar geisteswissenschaftlichen Überlegungen (dat versteh ich immer noch nicht, Geisteswissenschaften kann ja nun alles sein, was nicht naturwissenschaftlich ist)
    Vielmehr ist es die quälende Angst davor, dass man den Schalter vorzeitig umgelegt bekommt, nur weil es jemand anderes nun rein subjektiv betrachtet dringender benötigt. Die Angst davor, dass wenn ich erstmal was unterschrieben habe, sich niemand mehr um meine eigenen Bedürfnisse kümmert, dass Schmerz des Spenders in Kauf genommen wird, dass man zu einem Zulieferer wird. Dem ist nicht so! Es ist auch typisch, dass ausgerechnet Deutschland das Land ist, mit den wenigsten potentiellen Spendern. Der Deutsche hat immer Angst vor dem Kleingedruckten ;-)
    Zuletzt geändert von Hazel63; 09.06.2012, 01:05.

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  • Mysterious
    antwortet
    Zitat von ANGEL-OF-PEACE Beitrag anzeigen


    @Mysterious, mich persönlich beschäftigt die Frage: Ab wann ist ein Mensch tot?
    Tot ist tot. Aber ich glaube nicht, dass der Mensch in einer Sekunde stirbt. Ein Sterbeprozess kann Stunden oder Tage dauern.
    Mich beschäftigt die Frage natürlich auch, ab wann man einen Menschen als tot bezeichnen kann.

    Ich habe das Statement meines Bruders nur eingeworfen, weil er eben eine GEGENSÄTZLICHE Vorstellung zu meiner hat, die mit meinem Glauben an ein weiter Existieren der Seele einhergeht.

    Deswegen ist es für mich so ein schwieriges Thema, weil ich dem Sterbeprozess einen Sinn zuordne.

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  • ANGEL-OF-PEACE
    antwortet
    Zitat von Hazel63 Beitrag anzeigen
    Bei diesem sensiblen Thema gilt höchster Respekt vor allen Beteiligten!!!
    Ja, so sollte es auch sein.

    Ab wann ein Mensch irreversibel tot ist, kannst Du auch nicht beantworten.

    Ich frage mich auch, wieso kommt es zu Abstoßungsreaktionen bei Organempfängern und warum sind die Medikamente, die lebenslänglich eingenommen werden müssen, so wahnsinnig teuer. Was macht diese Medikamente so teuer?

    Ein reicher, alter Mensch bekommt manchmal 3x ein Organ (wegen Abstoßungsreaktionen) implantiert und ein armer, junger Mensch muss sterben. Warum?

    Und können einmal implantierte Organe, bei Entnahme, anderen Patienten weiter dienlich werden oder nicht?


    @Mysterious, mich persönlich beschäftigt die Frage: Ab wann ist ein Mensch tot?
    Tot ist tot. Aber ich glaube nicht, dass der Mensch in einer Sekunde stirbt. Ein Sterbeprozess kann Stunden oder Tage dauern.
    Eine schöne Vorstellung, mit Smile in den Ohren und evtl. auch auf den Lippen zu sterben.

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  • Mysterious
    antwortet
    Vielleicht beurteile ich es ja falsch oder sehr subjektiv.

    Aber ich glaube, welche "angstvollen oder auch nicht angstvollen" Gedanken den einzelnen zu diesem Thema umtreiben, hat eben sehr viel mit den Vorstellungen zum Sinn des Sterbeprozesses und dem was danach kommt zu tun.

    Mein Bruder würde sagen: "Tot ist tot, das Getier unter der Erde kommt den ihnen von der Evolution gegebenen Aufgaben nach und danach ist gähnende, schwarze Lehre bis in alle Ewigkeit, ohne Wiederkehr. Punkt, Schluss, Affe tot, Klappe zu."

    Das macht ihm oder Menschen, die diese Ansicht vertreten den Gedanken an den Tod wohl nicht einfacher, aber die Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende ist dadurch (vielleicht) einfacher ???

    Es ist jetzt OT und Zufall.
    Während ich diese Zeilen schreibe höre ich das Album History CD 2, heule und stelle für mich fest, dass es musikalisch die Gefühle eines ganzen Lebens abdeckt.

    So möchte ich sterben, vorbereitet, die Menschen die mich lieben um mich herum, Kopfhörer auf den Ohren und bei Smile dem letzten Song sanft hinübergleiten.
    Zuletzt geändert von Mysterious; 08.06.2012, 23:20.

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  • Ghosti
    antwortet
    Ich hatte diese persönliche Geschichte lediglich hier geschrieben, um einmal zu verdeutlichen, dass selbst wenn einer für sich selbst entschieden hat, es für die Angehörigen trotzdem nicht leicht ist, damit umzugehen. Nicht mehr und nicht weniger wollte ich damit ausdrücken! Alles darüber hinausgehende geht zu weit in die Details....

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  • Hazel63
    antwortet
    Nö, an deinen Worten zweifelte ich nicht, eher an den Methoden des Krankenhauses. Ich könnte mir auch noch vorstellen, dass ihr auf Grund der Belastungssituation etwas durcheinandergebracht habt, soll ja verständlicherweise vorkommen. Ich habe immer den nötigen Respekt, doch wenn User hier mit persönlichen Geschichten aufwarten, müssen sie sich auf Fragen einstellen. Aber kein Problem, ich erkenne deine Grenzen selbstverständlich und gerne an

    LG
    Hazel

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  • Ghosti
    antwortet
    Zitat von Hazel63 Beitrag anzeigen
    Öhm, und aus diesem Grunde, liebe ghosti, bist du dir sicher, dass es eine Krankenschwester war, die da vorgesprochen hat, wegen der Entnahme der Hornhaut? Das ist eigentlich ein Unding. Hat sie denn darüber aufgeklärt, wie das weitere Prozedere aussieht nach der Entnahme? Bin wirklich irritiert.
    Zweifelst du an meinen Worten? Ich kann es nicht mit Gewissheit sagen, mag sein, dass es auch eine Ärztin war.... aber unter den damaligen Umständen war es mir auch vollkommen egal!!!!! Meine Schwester, als Vormundsberechtigte hatte alle weiteren Schritte / Unterschriften geleistet.... ich kann und werde hier und jetzt keine weiteren Details publik machen! Wie du schon so schön geschrieben hast: Respekt!

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  • Hazel63
    antwortet
    Hi Angel,

    es gilt das biologische Alter, also in welchem gesundheitlichen Allgemeinzustand befindet sich der Organspender ist zu bewerten. Für beispielsweise Sehnen gibt es gar keine Altersgrenze und für Haut sind es, wenn ich richtig erinnere, 75 Jahre.
    Organentnahmen unter Narkose ist in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben, wird aber auch in Deutschland praktiziert, zusammen mit Muskelrelaxantien und Opioiden wie Fenatyl. Macht man, um eben diese "Zuckungen und Bewegungen" des Organspenders zu unterbinden und um auch wirklich auf Nummer sicher zu gehen und nicht zuletzt auch für den Chirurgen, denn auch dem fällt es mitunter nicht leicht zu schneiden, wenn er den Organspender zunächst fixieren muss, damit er nicht vom Tisch "hüpft".
    Bei diesem sensiblen Thema gilt höchster Respekt vor allen Beteiligten!!! Dem Organspender, der ein großes Geschenk macht, seinen Angehörigen, dem Empfänger und seinen Angehörigen, wie auch dem Operateur. Für niemanden dieses Kreises ist es angenehm und alltäglich. Nur mit Würde und Respekt ist es durchzustehen.
    Öhm, und aus diesem Grunde, liebe ghosti, bist du dir sicher, dass es eine Krankenschwester war, die da vorgesprochen hat, wegen der Entnahme der Hornhaut? Das ist eigentlich ein Unding. Hat sie denn darüber aufgeklärt, wie das weitere Prozedere aussieht nach der Entnahme? Bin wirklich irritiert.

    LG
    Hazel

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  • ANGEL-OF-PEACE
    antwortet
    Zitat von Hazel63 Beitrag anzeigen
    Bei einem endgültigen Ausfall der Gesamthirnfunktion ist Schmerzwahrnehmung nicht mehr möglich!
    Das ist schon mal beruhigend.

    Wäre es nicht sinnvoller Narkosemittel vor Organentnahmen einzusetzen?

    Können Menschen in jedem Alter Organspender werden und ab wann ist ein Mensch irreversibel tot?

    Danke!


    @Billy, wir sind wieder gleicher Meinung.

    Danke auch Dir @rip.michael

    Schön, dass zu diesem ziemlich schwierigen Thema eine friedfertige Diskussion doch möglich ist!

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  • rip.michael
    antwortet
    Cybertronic und @all, wenn ich andere richtig verstanden habe, liegt die wahre schwierigkeit nicht darin, ein/mehrere organe einem mitmenschen zu dessen lebenserhalt zu spenden. Dazu werden wohl viele menschen aufgeschlossen und bereit sein, als dienst am mitmenschen. Vielleicht fiele die entscheidung organspende ja/nein manchem leichter, wenn der eigentliche knackpunkt eine klare definatation bekäme und man selbst nicht danach quasi in sich selbst suchen müsste. Vielleicht ist es sehr sehr unbefriedigend, am ende dieses suchprozesses feststellen zu müssen, dass das eigene überleben im falle eines falles vordergründig wichtiger ist und sich die rettung anderen lebens dem unterordnet. Der an sich bestehende wunsch helfen zu wollen und die grenze der bereitschaft für organspende und damit verbundenem eigenen nicht-weiterexistieren kann einen dann schon recht in innere konflikte zwingen.

    Ich halte nichts davon, dass von aussen je nach interessenlage ängste oder gewissens/entscheidungsnöte geschürt werden, je nach zweckdienlichkeit. Oder eine allgemein praktikable lösung angestrebt wird und beeinflussung in jedwede richtung.
    In sachen organspende muss die entscheidung beim einzelen bleiben, auch eine entscheidung, die so lautet, ist zu akzeptieren: jemand will/kann sich nicht mit diesem thema auseinandersetzen, weil die ängste und unsicherheiten zu gross sind auch die konfliktangst und das innere widerstreben.

    Augenblicklich besteht keine wirkliche sicherheit darüber, wann ein menschlicher organismus tot ist, hirntot, herztot, die materielle hülle vom geistigen selbst verlassen - was auch immer. Ich glaube, dass die entscheidung, die aus sicht des mediziners 'von aussen' kommt wird nie wirklich vereinbar sein, mit dem status, den man selbst per entscheidung erreicht. Ich glaube, jeder mensch wird eh ein anderes verständnis darüber für sich selbst formen, wann die persönliche grenze erreicht ist, die einen spendereingriff für ihn ohne reue und angst ums eigene definitive lebensende zulässt.

    Ich kann ängste darum durchaus verstehen, auch dass sich der eine vielleicht mehr von berichten zum thema mehr beeinflussen lässt als andere. Der eine beansprucht faktische belegbare beweise, wenns ums die definitive lebensende geht, andere beanspruchen für sich andere kriterien, hatten/haben vielleicht eine völlig andere innere auseinandersetzung, gewichtung und klarheitsfindung für sich erreicht.

    Die ängste ums ureigene selbst, nenn es die seelenwohnung bzw. das verlassen dieser geht, ist eine sehr natürliche. Ob einem die persönliche entscheidung wegen des verlassens der körperlichen wohnung leicht fällt oder nicht, hängt auch m.e. stark davon ab, ob man bereit ist für den ungewissen schritt des seelisch/geistigen - ja, wohin? ... ist eine glaubensfrage, die ich persönlich nicht mit irgendwas religiösem verbinde. Ich orientiere mich da sehr am bauchgefühl und fühle mich richtig und wohl auf diesem weg.

    Ich sprach vorher schon mal von diesem letzten inneren raum, den man irgenwann einmal betritt, gleich unter welchen umständen. Der schritt in diesen raum und die ausgestaltung dessen zu quasi zu einem letzten wohlfühlraum ist mir ein wichtiges, klar gestecktes ziel.
    Raum, in dem mein inneres ich zu klarheit zu jeder zeit des lebens kommen kann, wo beigelegt werden kann, was immer querliegt in den beziehungen, die mich umgeben.

    Es hat etwas sehr tröstliches und bietet eine echte chance, an der ausgestaltung und dem 'klima' in diesem raum selbst aktiv werden zu können. Quasi das innere selbst völlig von belastendem befreien, so dass geist/seele bereit ist, diesen raum zu verlassen, wann immer die tür am anderen ende aufgeht.
    Hauts mich heut noch die kellertreppe runter und ich brech mir's genick - ich bin bereit, auch wenn meine seelenarbeit vielleicht noch nicht vollendet ist. Nobody is perfect ...!

    Ich wünsche jedem, absolut jedem, dass er/sie sich an die innere seelenarbeit macht, den raum bereitet und sich nicht aus lauter angst ums eigene ende diese liebevolle chance selbst verwehrt.

    ... huch, sehe grad, dass ich im lesedefizit bin ...
    Schön, dass zu diesem ziemlich schwierigen thema eine friedfertige diskussion ins rollen kommt ... Danke!

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  • Billy
    antwortet
    Ging mir auch so, Ghosti. Wollte dazu gar nichts schreiben.
    Aber es ist wohl ein Thema, was beschäftigt.

    Was Du beschrieben hast war ein tiefer Einblick. Ich finde das ebenso wichtig zu sehen. Es ist und bleibt ein ewiger Zwiespalt.
    Von vielen und eben auch von Angst am Ende. Man kann es sicher nicht darauf beschränken. Das zeigen schon Deine Zeilen. Es sind so viele Gefühle.
    Gefühle, die man möglicher Weise noch nicht mal im Versuch beschreiben kann.

    Es rein von der Logik, mit Abstand zu sehen ist vielleicht ratsam aber im Leben nun mal nicht realisierbar, da es nun mal immer Ausnahmesituationen sind.

    Wenn man begreift, dass es hier keine bombensicheren Antworten und Lösungen gibt, nichts, was einem letztendlich beruhigen kann, dann ist es vielleicht doch eher möglich eine Entscheidung zu treffen?

    Man muss und sollte, ohne jeglichen Druck, entscheiden können.
    Eine, nennen wir es ruhig halbherzige Entscheidung treffen, dafür oder eben dagegen.

    Aber Angst und Unwissenheit erzeugt eben auch Druck. Sie sollten diese Entscheidung nicht bestimmen, da kann ich Hazel nur zustimmen.

    Das das Leid, der betroffenen Menschen, auf beiden Seiten besteht, beim Spender und deren Angehörigen sowie bei dem Menschen, der auf ein Organ wartet, kann nie abgewogen werden.

    Die flehenden Eltern, die für ihr Kind ein Organ brauchen versteht jeder und die Eltern, die ihr Kind an Maschinen sehen, tot?, was einfach nicht begreifbar ist und denen man abverlangt eine sachliche Entscheidungen ohne Gefühle zu treffen, versteht auch jeder. Hallo? Wer lässt das in so einem Moment wirklich zu? Das ist überirdisch an Kraft, sein Kind, seine Frau, wen auch immer, aufschneiden zu lassen.

    Darum sollte diese Entscheidung zu einem anderen Zeitpunkt getroffen werden. Vorher und mitten im Leben.

    Es ist nur eine Frage, ob ich die Tatsache akzeptieren kann, dass ich nun mal gehen muss und das entgültig und somit dann im letzten Moment noch Menschen damit helfen kann. Auch wenn das vom Ablauf her für alle eine schlimme Erfahrung sein wird. Aber das ist der Tod meistens.

    Ich weiß nicht, ob ich das so schreiben sollte aber ist es nicht die Wahrheit?
    Bei der Organspende werden sie entnommen. Das hat Ghosti hier im Ansatz erzählt.

    Und was passiert mit den Organen, wenn sie nicht entnommen werden? Was ist daran besser? Was ist daran tröstlicher?
    Kann mir jemand darauf antworten und ich rede nicht von Antworten, was die Vorstellung, den Ablauf betrifft. Ich rede von der Antwort, was tatsächlich mit dem
    toten menschlichen Körper passiert.

    Ist das wirklich besser?

    Nein. Es nützt darüber hinaus auch nur niemanden.

    Das Thema Organspende ist möglicherweise für viele Menschen die Wahl zwischen "Not und Elend". Eine andere Formulierung fällt mir nicht ein. Aber es sie vielleicht eben nicht, diese sichere Entscheidung.

    Jeder muss Entscheidungen für sich allein treffen aber sie sollten abgewogen sein. Mehr wollte ich damit nicht sagen und da ich das jetzt wiederholt habe, verabschiede ich mich aus dieser Diskussion. Zumindest aktuell.

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  • Ghosti
    antwortet
    Da dieses Thema durch Pressemitteilungen und Krankenkassenaufrufe aktuell und gleichzeitig für manche auch brisant ist, habe ich mir so meine Gedanken gemacht.... obwohl ich eigentlich zu diesem Thema gar nichts schreiben wollte .

    Mein Bruder, vor drei Jahren an Krebs verstorben, wollte liebendgern als Organspender fungieren und durfte es aufgrund seiner Krankheit nicht! Jedoch hatte er verfügt, dass sein Leichnam für wissenschaftliche Zwecke in der Krebsforschung dienen sollte. Erst zwei Jahre nach seinem Tod wurde er beerdigt! Ich hatte während dieser Zeit ständig das Bild einer Experimentierküche alias Frankenstein vor Augen.... Kaum war er verstorben, wurden wir Angehörige von einer Krankenschwester befragt, ob wir eine Erlaubnis erteilen, dass man die Netzhaut der Augen sofort entnehmen dürfte und dies geschehen müsse, solange der Körper noch nicht kalt und erstarrt wäre... Damit würde man einem anderen Patienten hoffentlich das Augenlicht wiedergeben können. Mit dem Einverständnis wurde also dies ausgeführt. Mir schauderte bei der Vorstellung.... Ich wüsste ehrlich gestanden nicht, wie ich reagieren würde, ginge es um mein Kind und Enkelkinder... oder gar um mich selbst! Ich selbst habe eine sehr seltene Blutgruppe und gehe spenden, denn auch mich könnte es täglich treffen.... und hoffentlich kann man mir dann helfen! Und doch habe ich ein ungutes Gefühl, ein JA in einem Spendenausweis anzukreuzen...
    Zuletzt geändert von Ghosti; 08.06.2012, 18:21.

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  • helen mj
    antwortet
    Es dürfte nicht im Verborgenen bleiben, da bei Organentnahmen und ich redejetzt für Deutschland, konkrete Handlungsanweisungen und Vorgaben existierenund hier keine Einzelentscheidungen von einem Arzt allein getroffen werdendürfen. Ein Verstoss dagegen dürfte nicht, sagen wir mal, der Alltag sein.
    Da gehe ich auch mal von aus. Deswegen bin ich auch nicht auf das Video eingegangen. Da wird sich ein schwarzes Schaf unter den Ärzten heraus gepickt und dann wird es an die große Glocke gehängt und genau auf diese Art und Weise werden Ängste geschürt.
    Also, ich gehe davon aus, dass mein Tod zweifelsfrei festgestellt wurde, bevor meine Organe entnommen werden. (Spenderausweis ist vorhanden ) und lasse mich nicht von solchen Beiträgen verunsichern.
    Was Ärzte allerdings meiner Meinung innerhalb des Studiums dringend bräuchten, wäre ein Seminar, in dem sie psychologisch geschult werden, wie sie in solchen und ähnlichen Situationen mit Patienten und deren Angehörigen umgehen sollten. Vielen Ärzten fehlt es dort an Einfühlungsvermögen, ihnen ist die Situation selber sehr unangenehm, sie kommen selber damit nicht zurecht und verschanzen sich dann hinter einem Fachchinesisch. Wohlgemerkt, nicht alle Ärzte sind so. Dies ist eher die Ausnahme. Mein Mann lag letztens noch im Krankenhaus und wir hatten eine sehr, sehr nette Ärztin, die alles super erklärte und auf jede Nachfrage gut einging (war allerdings auch nicht so was Lebensbedrohliches.)
    Zuletzt geändert von helen mj; 08.06.2012, 18:29.

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  • Hazel63
    antwortet
    Ja, liebe Carehim, kann vorkommen, dass es zuckt. Rückenmark, Reflexbogen... zu umfangreich für diesen thread. Bei einem endgültigen Ausfall der Gesamthirnfunktion ist Schmerzwahrnehmung nicht mehr möglich!
    Leute, wir leben in Mitteleuropa, hier stirbt niemand um einem reichen Privatpatienten ein Organ spenden zu können.
    Und wie definierst du Geisteswissenschaft? Die sagt uns, dass die Seele noch wie lang, bitte was tut?
    In Deutschland müssen täglich sehr junge Menschen sterben, weil keine Spenderorgane zur Verfügung stehen. Denkt über eure eigenen Kinder nach und darüber, wie ihr auf Knien bitten würdet, wenn sie krank wären und ein Spenderorgan benötigen würden. Und ja, man kann feststellen, wann Hirnfunktion ausfällt.

    Hazel

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  • Billy
    antwortet
    Zitat von ANGEL-OF-PEACE Beitrag anzeigen
    Das finde ich jetzt unfair, lieber Billy! Ich finde es nicht in Ordnung, anderen Menschen ein schlechtes Gewissen einzureden. Hier geht es um eine Entscheidung, die wirklich jeder für sich selbst zu treffen hat.

    Meine Blutgruppe ist sehr begehrt. Wenn ich anderen Menschen durch meine Blutspende das Leben retten kann, tue ich das selbstverständlich jederzeit gerne.

    Die Organspende veranlasst mich zum Nachdenken, da ich diese nun mal selber zum Leben brauche, habe ich noch keine Entscheidung getroffen.

    Ich wünsche mir Aufklärung. Was spricht dafür? Was spricht dagegen?
    Ist mir schon klar, dass durch meine Organspende ein anderes Leben gerettet werden kann. Andererseits denke ich, muss ich mit meinem Leben bezahlen, auch wenn ich gerettet werden könnte?

    Es scheint so zu sein, dass jeder von uns demnächst von seiner Krankenkasse angeschrieben und danach gefragt wird, ob er bereit sei, Organe zu spenden.

    Dieser Artikel stimmt mich noch nachdenklicher, er beinhaltet auch meine Gedanken:


    Liebe Angel,

    ich habe niemanden ein schlechtes Gewissen eingeredet.

    Es ist eine Tatsache, dass die Dinge manchmal so einfach wären.

    Nenne mir einen vernünftigen Grund, weshalb gesunde Menschen kein Blut spenden oder keine Stammzellen spenden. Man ist schlicht weg nicht informiert oder interessiert und nur darüber rede ich.

    Wieso musst Du mit Deinem Leben bezahlen und man könnte ggf. noch gerettet werden?
    Wer wollte das denn?
    Es gibt klare Richtlinien dafür.

    Überspitzt, nenne es zynisch, ich nenne es eine sachliche Feststellung. Es ist so und wird immer so bleiben, denn bei allen Gesetzen dieser Welt, darüber hinaus, wo Menschen am Werk sind, wird es immer Fehler geben. Das Restrisko "Mensch" bleibt überall. Das ganze Leben ist tödlich. Sicher ist nur der Tod.
    Gefragt sind Gesetzgeber und Mediziner und jeder selbst.

    Ansonsten bitte ich aber bei allen Befürchtungen, um die Nennung von Zahlen von Missbräuchen.

    Es dürfte nicht im Verborgenen bleiben, da bei Organentnahmen und ich rede jetzt für Deutschland, konkrete Handlungsanweisungen und Vorgaben existieren und hier keine Einzelentscheidungen von einem Arzt allein getroffen werden dürfen. Ein Verstoss dagegen dürfte nicht, sagen wir mal, der Alltag sein.

    Wie sich jemand letztendlich entscheidet, dass bleibt die eigene Entscheidung, so wie es bereits schrieb.

    Wenn ich in dem Artikel lese, dass sich ein Markt von allein schafft, dann frage ich mich im Gegenzug, wie ein Dialysepatient es schafft eine Nachfrage zu schaffen nach einer Niere? Sicher, ich überspitze vielleicht aber dieser Artikel, tat es längst, so denke ich.

    Ich finde den Artikel nicht sonderlich seriös, da ich als betroffener Mensch auch immer die Entscheidung trage, ob ich mir ein Organ transplantieren lasse. Das dürfte mir ein Arzt allein nicht einreden und ich denke, generell, diesen Schritt tut keiner ohne Sicherheit. Warum sagt dieser Artikel etwas anderes?
    Warum steht darin nicht, wie viele Menschen jährlich sterben, weil sie kein Spenderorgan finden? Warum steht dort nicht, dass es generell allein schon sichtbar ist, wenn jemand mit einem Kunstherz herum läuft und somit ebenfalls keinen künstlichen Bedarf schafft? Als Gegengewicht?

    Darüber hinaus steht es jedem frei, für sich und seine Angehörigen, das Leben leben zu nennen, wenn außer einer Maschine nichts mehr lebt. Wann jemand tot ist, das ist aber jetzt ein Thema, was ich nicht diskutieren möchte.

    Ich bleibe dabei, es wird mit Angst gearbeitet, denn wer möchte schon seine vermeintlich letzte Chance vertun?
    Niemand.

    Da der unfassbare Tod nie wirklich zu akzeptieren ist, sei es für den Augenblick oder auch nach einiger Zeit, auch wenn wir das glauben, wird das immer ein Problem bleiben. Die Angst davor. Individuell abweichend aber im Grunde genommen... Nun ja. Denn nicht umsonst leben die meisten so als wäre es für ewig.

    So lange die Zahlen abweichen - jemand zwar ein Organ nehmen würde - aber nicht spenden würde, stellt sich halt die Frage, warum.

    So einfach ist das.
    Zuletzt geändert von Billy; 08.06.2012, 17:13.

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